Jan Delay - Earth, Wind & Feiern

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Es wird wieder genäselt: Jan Delay ist nach sieben Jahren zurück. Der Hamburger Sänger und Hip-Hopper greift in seinem neuen Musikalbum zum musikalischen Rundumschlag aus. 

„Earth Wind & Feiern“ heißt das neue Album von Jan Delay, und der Albumtitel könnte passender nicht sein. Wie „Earth Wind & Fire“, die in den 1960ern gegründete funkige Soulband, liefert Jan Delay mit seinem neuen Album einen Soundtrack für unbeschwerte Momente. Das Schwarzmalen überlässt Jan Delay den anderen: Bereits im Intro zu „Earth, Wind & Feiern“ erklärt er seinen Plan für diese Platte — ein Album mit Songs zum Tanzen, die gute Stimmung verbreiten. Partylaune in Corona-Zeiten? Außerdem blickt er am Anfang nochmal zurück auf seine genre-umspannende Karriere: Für HipHop ist er seit seinen Anfangstagen in der Band Absolute Beginner bekannt. Solo widmete sich auf verschiedenen Alben einmal dem Soul, einmal dem Funk und einmal dem Reggae. „Nach der Rockplatte, auf die keiner Bock hatte“ — 2014 veröffentlicht und ein Flop bei Fans und Kritiker*innen — rappt er nun. Jan Delays näselnde Stimme mag nicht schön klingen, dafür aber unverkennbar. Sie ist sein Markenzeichen und seit 30 Jahren unter Musikfans bekannt. Mit 45 Jahren gehört er, der als Sohn eines Musikers aufgewachsen ist, zu den renommierten Künstlern der deutschen Kreativszene. Udo Lindenberg lud ihn auf die Bühne ein, um gemeinsam unplugged zu singen, für „Earth, Wind & Feiern“ holte Delay sich sowohl seinen Beginner-Bandkollegen Denyo als auch mit Marteria eine der Szenegrößen des deutschen HipHops dazu. Der huldigt in „EULE“ dem „Old Dirty Bussard“, eine Hommage an den legendären Rapper Ol' Dirty Bastard vom New Yorker Wu Tang Clan — bekannt für Party-, Alkohol- und Drogenexzesse und entsprechend früh daran verstorben. Hier nun taucht sein Name in einem lupenreinen Disco-Song auf, der auch von den französischen Elektronik-Pionieren Daft Punk stammen könnte. Er handelt von Nachteulen, die beim Feiern kein Ende kennen und von Club zu Club ziehen. Textlich gibt Jan Delay sich auf dem neuen Album nur dosiert sozialkritisch, natürlich wird gegen Rassismus Stellung bezogen. Musikalisch erwarten die Fans keinen riesigen Überraschungen: Viele Sounds und Kompositionen klingen vertraut und nicht sonderlich innovativ. Sein Ziel, sich musikalisch auf Albumlänge nie zu wiederholen, gelingt Jan Delay dennoch — erstmals widmet er sich nicht nur einem musikalischen Genre, sondern spielt sich stattdessen druckvoll, aber ohne Anstrengung durch ein buntes Potpourri an groovigen Songs.

Tracklist / Infos

01. INTRO
02. EULE & Marteria
03. KINGINMEIMDING & Summer Cem
04. ALEXA
05. SPASS (& Denyo)
06. ZURÜCK
07. GESTERN
08. TÜR'N KNALL'N (& LARY)
09. LÄCHELN
10. SAXOPHON
11. WASSERMANN
12. NICH' NACH HAUS

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