Foo Fighters - Medicine At Midnight

Die Foo Fighters haben ihr zehntes Album „Medicine At Midnight“ draussen und NME verkauft sich ebendieses Album in Großbritannien zurzeit besser als alle aktuellen Top-10-Alben zusammen. „Laut den Offiziellen Charts habe ‚Medicine At Midnight‘ bisher die meisten physischen und digitalen Verkäufe der Woche erzielt.

Viele Fans der FOO FIGHTERS werden sich wahrscheinlich verwundert die Augen gerieben haben, als im vergangenen November mit 'Shame Shame' der erste Vorbote des zehnten Studioalbums von Dave Grohl und seinen Mitstreitern veröffentlicht wurde. Immerhin hatte die Single mit ihrem sehr reduzierten Sound und den fast schon tanzbaren Beats wenig mit dem Stadionrock zu tun, für den das Sextett inzwischen bekannt ist. Und auch, wenn er zurückrudert und beruhigt, man werde auf "Medicine At Midnight" jetzt kein "Modern Dance" "Disco“ oder gar "EDM" hören, dazu ein eingebautes, 25 Jahre altes Riff aus seinem Keller in Seattle zur Beruhigung erwähnt, so sind dem aber auch unüberhörbare Drumloops, Keyboards, Nanana-Chöre ("Making A Fire") zum Mitsingen- und -klatschen, funky Grooves und soulig-warmer Gesang ("Shame Shame"), galoppierende Gitarren wie die der kitschigen Killers ("Love Dies Young") oder gar versöhnlich-verträumter Kuschelrock-Charme aus der "Morgen um 7 ist die Welt noch in Ordnung"-Ära der späten Sechziger und frühen Siebziger entgegenzuhalten ("Chasing Birds"). Stilmittel und Elemente, an die sich viele in diesem Umfeld, nach einem Vierteljahrhundert Foo Fighters, erst noch gewöhnen müssen. Nein, die Foo Fighters machen hier nicht den Nickelback. Ihre Stromgitarren heulen noch immer kreischend auf, die Riffs feuern fette Breitseiten ab und der selbst nur von Akustikklampfe begleitete, eindringliche Gesang lässt ein ganzes Stadion an den Lippen des breitbeinigen Dave Grohl hängen ("Waiting On A War"). Die radiofreundlichen Drei-, Vierminüter werden vermutlich ganz neue Hörer ansprechen. So wie's Dave Grohl ja auch schon im Vorfeld angegedeutet hat, als er davon sprach, "Medicine At Midnight" sei inspiriert von Rockbands, die temporeiche, tanzbare Alben veröffentlicht hätten. Das man auf diesem mutigen Weg alte Haudegen nicht unbedingt verlieren muss, beweist gerade das wüste "No Son Of Mine" mit satten E-Gitarren, explodierenden Riffs, diabolischem Gesang aber auch stampfendem Discobeat. Bittersüße Medizin für unterschiedlichste Patienten.

Tracklist / Infos

01. Making a Fire
02. Shame Shame
03. Cloudspotter
04. Waiting on a War
05. Medicine at Midnight
06. No Son of Mine
07. Holding Poison
08. Chasing Birds
09. Love Dies Young


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