Taylor Swift - Evermore

Keine 5 Monate ist der Release von "Folklore" her, da überrascht uns Taylor Swift bereits mit einem neuen Album. Auf "Evermore" wird die Welt aus dem Vorgänger weiter erkundet.

Hat sie ihre Alben in der Vergangenheit immer als einmalige Epochen behandelt, so Swift, hatte sie nach der Fertigstellung von "Folklore" eher das Gefühl noch tiefer in diese Welt eintauchen zu wollen. Sie und ihre Kollaboratoren konnten einfach nicht aufhören Songs zu schreiben, sagt sie selbst. Und so geschah es, dass nur ein paar Monate nach dem Erfolg von "Folklore" schon das nächste Werk fertigstellt war. „Evermore“ enthält 15 Tracks, darunter Kollaborationen mit Künstlern wie HAIM, Bon Iver oder The National. Und weil womöglich in der Corona-Krise einfach nicht viel zu tun hat, legt sie mit einem weiteren Überraschungsalbum nach: „Evermore“. Hört man in die 15 neuen Lieder rein, wird klar, dass sich der Sound von „Folklore“ hier weiter verbreitet: Zupfen an akustischen Gitarren, taumeln am Klavier, melancholischen Figuren, die sich hin und wieder zwischen E-Gitarren, Synthesizer und Mandolinen bewegen. Das ist schön. „Folklore“ ist Taylor Swifts bisher bestes Album, die Rolle der Songwriterin steht der Sängerin aus Pennsylvania, die erst Country und dann Pop spielte, äußerst gut. Anderseits wird man aber das Gefühl nicht los, dass auf „Evermore“ liegt, was für „Folklore“ nicht gut klang. Es bleiben schlicht nicht viele Lieder im Kopf haften, was zur Folge hat, dass das Album so vor sich hin plätschert. Die einzigen Ausnahmen sind der pochende, poppige Song „Gold Rush“, die Rock-Ballade „Coney Island“ mit und die Single „Willow“. Die muss man wieder und wieder hören. Ob sie so gut sind, dass sie auf „Folklore“ auch Platz gefunden hätten? Vermutlich nicht. Aber in Zeiten der Pandemie werden Regeln sowieso stets neu definiert. Taylor Swift kann theoretisch so lange im Wald zu Folkmusik tanzen, wie sie will. Mit Sicherheit wird sie als Popstar der Gegenwart weiter Erfolg haben. In stillen Zeiten ist sie damit ja auch eine schöne Aufheiterung. Ob sie weiterhin überrascht, ist eine andere Frage.

Tracklist / Infos

01. willow
02. champagne problems [Clean]
03. gold rush [Clean]
04. ‘tis the damn season
05. tolerate it [Clean]
06. no body, no crime [feat. Haim]
07. happiness [Clean]
08. dorothea
09. coney island [feat. The National]
10. ivy [Clean] 4:20
11. cowboy like me [Clean]
12. long story short
13. marjorie
14. closure
15. evermore [feat. Bon Iver]


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