Ellie Goulding - Brightest Blue

„Strahlendes Blau“ - das klingt auf jedenfalls nach was Positivem. Die Engländerin Ellie Goulding beschert uns mit ihrem vierten Album „Brightest Blue“, ein Dutzend brandneuer Songs und noch ein paar, die nun schon eine Weile auf dem Markt sind

Ellies unglaubliche Karriere bescherte ihr u.a. zwei BRIT Awards, über 14 Millionen verkaufte Alben sowie 102 Millionen verkaufte Singles, weltweit über 13 Milliarden Streams und 14 Millionen Instagram-Follower. Die Meilensteine sind also beeindruckend. Vom Sound her zeigt sich Goulding immer wieder wandelbar. Nach ihrem Start als Folk- und Indiekünstlerin mischten sich schnell poppige Elektrobeats in ihre Stücke. Fünf Jahre nach ihrem Popalbum “Delirium”, das sie heute kritisch sieht, steht für die Britin wieder das Songwriting im Mittelpunkt.Nicht umsonst besteht die neue Platte aus zwei Seiten. Auf den ersten zwölf Songs singt die 33-Jährige über ihre Verletzlichkeit und komplexe Beziehungen. Die fünf Titel der B-Seite “EG.o”, die aus Duetten mit US-Künstlern wie Lauv oder dem vor einem halben Jahr gestorbenen Rapper Juice WRLD bestehen, strahlen Selbstsicherheit und Mut aus. Die Tracks dienen eher dem kommerziellen Erfolg und der Rotation im Radio. Als Künstlerin identifiziere sie sich weniger mit den Liedern, sagt Goulding. Deshalb ist die A-Seite das Herzstück von “Brightest Blue”. Die Songwriterin lässt sich dabei das ein oder andere Mal über die Männerwelt aus. In “Power” singt sie: “Dir geht es gar nicht um die Liebe, du willst einfach nur die Macht.” In “How Deep Is Too Deep” geht es um Typen, die sich nicht binden wollen und immer wieder auf etwas Besseres hoffen. Und die Klavierballade “New Heights” soll Frauen darin bestärken, sich nicht für Männer zu verändern. “Wir tendieren von Natur aus dazu, uns von unserem Partner beschützen zu lassen. Ich habe mittlerweile gelernt, diese unglaubliche Stärke in uns selbst zu finden”, sagt Goulding im dpa-Interview. Nach Beziehungen mit Schauspieler Jeremy Irvine, DJ Skrillex, One-Direction-Sänger Niall Horan und dem McFly-Bassisten Dougie Poynter ist die sympathische Britin seit September verheiratet – mit dem Kunsthändler Caspar Jopling. Mit ihm verbrachte sie auch die Zeit des Corona-Lockdowns in der Nähe von London. Mehr als zehn Jahre nach ihrem schnellen Aufstieg und mentalen Rückschlägen fühlt sich Goulding selbstbewusst genug, ihre Meinung deutlich kundzutun. Sie setzt sich für Klimaschutz und die “Black Lives Matter”-Bewegung ein – und für mehr Frauen in der Musikindustrie. “Es gibt noch immer diese unterschwellige Macht und viele Elemente, die von Männern dominiert werden”, findet Goulding. “Ich schreibe meine Songs aus der Sicht einer Frau und fände es spannend, wie ein weiblicher Plattenfirmenboss darauf reagieren würde.”

Tracklist / Infos

01. Start (Feat. serpentwithfeet)
02. Power
03. How Deep Is Too Deep
04. Cyan
05. Love I'm Given
06. New Heights
07. Ode To Myself
08. Woman
09. Tides
10. Wine Drunk
11. Bleach
12. Flux
13. Brightest Blue
14. Overture
15. Worry About Me (Feat. blackbear)
16. Slow Grenade (Feat. Lauv)
17. Close To Me (With Diplo) (Feat. Swae Lee)
18. Hate Me (With JUICE WRLD)


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